Archiv für die Kategorie ‘Behinderungen’

Rückwärtiger Gegenverkehr am Morgen

September 2, 2006

Ich gebe es ja zu: auch wenn das Wetter schön ist und nichts dagegen spricht, mit dem Elektro-Rollstuhl Frischluft tankend in gemütlichen dreißig Minuten zur Arbeit zu rollen, fahre ich doch oft genug die kurze Strecke mit meinem Ford Transit. Zu reizvoll ist es für mich einfach immer wieder, wenn ich mich vor dem Büro mit dem E-Stuhl aus dem Auto lifte und unbeteiligte Passanten völlig unvorbereitet staunen, dass „so ein kleiner Mann im Rollstuhl so einen großen Bus fahren kann.“ Da es in unmittelbarer Nähe zu meiner Arbeitsstelle ein Hotel gibt, in dem viele Berlin-Touristen absteigen, sind immer recht viele unvorbereitete Passanten unterwegs, wenn ich morgens komme, sodass ich garantiert unschuldige Opfer finde, deren Denken ich durcheinander bringen kann.

Aber neulich wären mir meine Eitelkeit des Andersseins und der kleine Spaß am Morgen doch beinahe zum Verhängnis geworden. Es war ein schöner Morgen. Nicht zu heiß wie zu oft im Juli, nicht zu kühl wie fast durchgehend im August. Also, eigentlich ein prima E-Rollstuhl-Wetter. Doch nein, ich wollte auf  meinen Auftritt vorm Büro einfach nicht verzichten und fuhr mit dem Auto.

Ich parkte ein. Möglichst unbeteiligt guckend und mit Unschuldsmiene klappte ich den Lift aus und hievte den E-Stuhl auf die Plattform des Lifts. Gerade als ich mich auf Straßenniveau hinab senken wollte, kam ein erster herrlich unbeteiligt und unvorbereitet aussehender Passant vorbei. Er blickte sich ausfürhlich um, so als suche er eine Hausnummer. Ich nahm ihn nur aus dem Augenwinkel wahr (denn ich hatte es mir ja zur Aufgabe gemacht, möglichst unbeteiligt drein zu schauen!). Ich dachte noch: ‘Ha! Jetzt sei doch endlich ein wenig verdutzt. Schließlich steigt hier ein schwer mehrfach behinderte Kleiner im Rollstuhl aus seinem großen, großen Bus aus. Das kannst Du einfach nicht erwartet haben!’ Da passierte es…

Ein Auto in der Einfahrt vor meinem Parkplatz setzte sich rückwärts in Bewegung. Ich fragte mich, warum es so zielstrebig in Richtung meines ja so großen, großen Busses einschwenkte, als der herrlich unbeteiligt wirkende Passant seine Unbeteiligung schlagartig aufgab, und auf einmal ehr engagiert wurde. Ja, es schien mir, als habe er spontan ein Herz für kleinwüchsige Formel-1-Piloten zu großer Kraftfahrzeuge entwickelt und sich dem Fahrer des rückwärts setzenden Autos entgegen werfen wollen, bevor dieser in meinem Wagen krachen würde.

Erst, als ich mit dem E-Stuhl schon auf dem Asphalt des Bürgersteigs angekommen war, wurde mir klar, dass der Passant, dessen urplötzlichen Aktivitätsschub ich eben beobachten konnte, der Fahrer eben desjenigen Autos war, das sich meinem Ford unaufhaltsam rückwärts fahrend näherte. Er hatte ganz offensichtlich vergessen, die Handbremse zu ziehen, als er das Auto in der leicht abschüssigen Abfahrt abgestellt hatte. Nun stämmte er sich mit aller Kraft zwischen meinen und seinen Wagen und schaffte es tatsächlich, sein Gefährt kurz vor einem Zusammenstoß mit Muskelkraft zu stoppen.

So war ich, der anderen gern einen Moment des Unerwarteten gönne, auf einmal fast selbst Opfer einer Situation geworden, die ich nicht erwartet hatte. Das hat mich nachdenklich gemacht. Auf jeden Fall hatte ich für die nächsten paar Tage, die ein ähnlich nettes, nicht zu heißes, nicht zu kaltes Wetter versprachen, den Transit zu Hause stehen lassen und bin per E-Stuhl zur Arbeit gefahren. Man kann auf diesem Weg wirklich prima frische Luft tanken, selbst in einer Großstadt! Und erst die vielen Möwen auf der Spree an der Oberbaumbrücke…

Die Sache mit dem Fahrstuhl

Juni 27, 2006

Mein Büro befindet sich im ersten Stock. Das heisst, ich als Rollstuhlfahrer bin darauf angewiesen, dass der Fahrstuhl des Hauses funktioniert, will ich an meinen Arbeitsplatz gelangen.

Drei Jahre lang ging auch alles gut. Aber eines Morgens traf ich den einzigen Kollegen, der ebenfalls den Rollstuhl nutzt, unten im Foyer. Er sah so aus, als warte er auf etwas. Und ehe ich Fragen stellen konnte, begrüßte er mich auch mit der Nachricht, dass der Fahrstuhl kaputt ist. Aber ein Monteur sei schon dabei, die Liftanlage zu reparieren.

Da er in den dritten Stock musste, blieb uns beiden nichts anderes übrig, als zu warten. Wir hätten auch in die nächste Bäckerei rollen können, um in Ruhe der Entwicklung der Dinge auszuharren bei einem frisch zubereiteten Espresso. Aber wir waren natürlich zwei pflichtbewusste Arbeitnehmer und so warteten wir brav vor dem Aufzug.

Und tatsächlich, wenige Minuten später tauchte der Fahrstuhlmonteur vor uns auf und versicherte, dass der Lift in wenigen Augenblicken wieder funktionieren würde. Er müsse nur eben noch kurz im Betriebsraum der Aufzuganlag etwas einstellen.

Kaum war in dem Aufzugshäuschen verschwunden, um seine Einstellungen vorzunehmen, vernahmen wir beide ein lautes Quietschen und gleich darauf ein deutliches Knallen. Wir schauten uns irritiert an, da kam der Monteur auch schon wieder aus dem Betriebsraum hervor und verkündete uns, dass nun alles wieder in Ordnung sei.

Nun schauten wir ihn irritiert an. Und wir berichteten ihm, was wir gerade gehört hatten. Ungläubig öffnete er die Aufzugstür und schaute in den Schacht nach oben. Ihm entfuhr ein eindeutiges Schimpfwort und er sagte zu uns, dass der Aufzug wohl gerade versucht hatte, den freien Fall zu üben. Aber der Fahrstuhl sei dabei in die Sicherheitsaufhängung gesaust, die sich immer dann einschalte, wenn ein Lift abstürze.

Die Fragezeichen in unseren Gesichtert hätten nicht größer sein können. Er aber sprach, dass er das gleich habe. Und verschwand wieder im Betriebsraum des Aufzuges. Nur Bruchteile später tauchte er wieder auf und versicherte uns, dass nun aber wieder alles in Ordnung sei. Und tatsächlich, die Tür des Aufzuges ging auf, und der Lift stand vor uns, als wäre nichts geschehen.

Weder der Kollege noch ich hatten an diesem Morgen eingeplant, Versuchskaninchen zu spielen. Und so überlegten wir lange, wer von uns beiden zuerst den hoffentlich wirklich reparierten Lift berollen sollte.

Schließlich gab ich nach. In meinem jugendlichen Leichtsinn dachte ich: no risk, no fun! Und es funktionierte tatsächlich. Der Fahrstuhl spuckte mich wie gewünscht in der ersten Etage wieder aus. Mit einem leicht mulmigen Gefühl rollte ich zu meinem Büro.

Im Nachhinein wünschte ich mir, dass solche Mutproben die Ausnahme bleiben an meinem Arbeitsplatz. Und bis jetzt ist dieser Wunsch auch in Erfüllung gegangen. Aber: you never know, you know! Die Sache mit dem Fahrstuhl bleibt eben immer so eine Sache.

Wenn der Rollstuhl nur im Kreis rollt

Juni 14, 2006

Damit ich nicht falsch verstanden werde: Elektro-Rollstühle sind etwas Wunderbares. Sie ermöglichen mir, der ich nicht laufen kann, die fast perfekte Imitation von laufenden Menschen. Ich muss den Joystick nur geschickt genug bewegen, und schon gleite ich dahin durch die Straßen Berlins und vielleicht hinein in den nächsten Konsumtempel. Und wie laufende Menschen auch muss ich Acht geben, sollten Hundehaufen auf dem Gehsteig fehlplatziert sein, Scherben im Weg liegen oder Baumwurzeln die Asphaltdecke anheben. Also, alles in allem fördert mein Elektro-Rollstuhl das Gefühl, dazu zu gehören.

Schwierig wird es allerdings, wenn das elektrisch betriebene Rennauto für den Bürgersteig seinen Dienst nicht so tut, wie es soll. Und so richtig peinlich wird es, wenn die Steuerung des Mobils derart versagt, dass ich nur noch im Kreis fahren kann.

Dies ist mir das erste Mal passiert vor zwei Jahren bei einem Kurzurlaub an der Elbe in der Nähe von Meißen. Meine Freundin und ich wollten abends noch ein Getränk zu uns nehmen in der nahe liegenden Wirtschaft. Bis zur Wirtschaft summte mein E-Stuhl anstandslos den Weg entlang. Aber just, als wir hinein wollten, schlugen die Lenkräder konsequent nach links ein. Was für ein Anblick: da will so ein Rollstuhlfritze also offensichtlich in die Kneipe, scheint aber bereits am Eingang so blau zu sein, dass er mit seinem Rollstuhl nur noch im Kreis fährt. Peinlich, peinlich!

Nur eine sehr forsche und regelwidrige Behandlung des Lenkgetriebes hat den E-Stuhl damals wieder auf den rechten Weg gebracht. Wenige Monate später aber verlegte sich die Steuerung auf einen neuen Fehler: ein Defekt der Steuerungsplatine. Wieder fuhr der E-Stuhl nur im Kreis, diesmal aber war ein elektronisches Bauteil durchgebrannt, so dass ein Klopfen und Drücken am Lenkgetriebe nichts half.

Jetzt schloss ich das erste Mal Bekanntschaft mit dem Pannendienst meiner Rollstuhlwerkstatt. Ich stellte fest, dass der Dienst in Berlin auch am Wochenende Gott sei Dank bis zu einem städtischen Campingplatz mitten in einem Waldgebiet, das gerade noch zu Berlin gehört, ausrückte, um den angeschlagenen Rollstuhl zu bergen.

Neulich in Marburg aber war Schluss mit Service. Beim Ansteuern der Kaffeetafel von Freunden am Sonntagnachmittag passierte es wieder. Die Lenkung schlug konsequent ein, ohne von mir per Joystick einen derartigen Befehl erhalten zu haben. Und sie blieb bei ihrem Einschlag. Wie sich später herausstellen sollte, war es wieder ein Defekt der Lenkplatine. Ich rief noch vom Kaffeetisch aus die bundesweite Rufnummer meines Pannenservice an. Aber in Hessen und somit weg vom zuständigen Sanitätshaus in Berlin ließ sich nichts machen. Ja, unter Umständen würde der Notdienst eines Sanitätshauses in Gießen sich meiner Probleme annehmen. Aber ob die dann auch Ersatzteile für ausgerechnet mein (weitverbreitetes) Modell eines Elektro-Rollstuhls hätten, wäre fraglich. Außerdem wäre das Sanitätshaus erst ab 17.00 Uhr zu erreichen. Zu dieser Zeit wollten wir längst die Heimfahrt nach Berlin angetreten haben.

Dank der Freunde an der Marburger Kaffeetafel gelang es uns, den kranken E-Stuhl in mein Auto zu verladen. Und so sausten wir mit einer imaginären Signalleuchte für eilige Transporte defekter Mobilitätshilfen nach Berlin. Hier habe ich dann gleich am Montag den Rollstuhl meiner örtlichen Werkstatt vorgestellt, die glücklicherweise sofort helfen konnte mit einer neuen Platine.

Soweit so gut. Aber wäre es nicht schön, für Pannen am Elektro-Rollstuhl überall im Land Hilfe zu bekommen? Das wäre doch mal eine Förderalismus-Reform! Aber noch besser wäre es natürlich, wenn mein E-Stuhl nicht so oft den Linkseinschlag proben würde, wie er es in den letzten zwei Jahren getan hat. Und das meine ich selbstverständlich so, wie ich es schreibe, und nicht als politische Polemik!

Meine Rekonvertierung zu Windows?

Juni 1, 2006

Als Fan alternativer Betriebssystem ist es für mich nicht einfach, sich damit abzufinden, dass auf fast allen Computern Windows läuft. Aber selbst ich als eingefleischter Nicht-Windows-Nutzer musste mir vor einigen Wochen endgültig eingestehen, dass das Fenster-System aus Redmond und die dafür verfügbare Software unschlagbare Vorteile hat. Denn blinde Menschen sind heutzutage nur unter Windows in der Lage, einen PC einigermaßen praktikabel zu nutzen.

So auch meine blinde Freundin. Sie arbeitet beruflich immer häufiger mit Email und Internet und hat sich zunehmend darüber geärgert, dass sie nur bei sich aber nicht bei mir zu Hause die Möglichkeiten hat, selbständig ins Netz zu gehen. Mein noch relativ neues „iBook“ bleibt ihr dank seines akzentreichen Screenreaders und der ungewohnten Bedienung ein „Book“ mit sieben Siegeln. Und für Experimente mit meinem alten Linux-Computer hatten wir beide keine große Lust – obwohl es ja Möglichkeiten für blinde User gibt, unter Linux zu arbeiten.

Also entschlossen wir uns, dass mein Mac Gesellschaft bekommen sollte von einem neuen Windows-PC. Nachdem wir den PC vorige Woche gekauft hatten, habe ich mich gestern daran gemacht, den erstandenen PC mit dem Fenster-System einzurichten.

Und ich muss sagen: es ging ganz gut! Zum einen bin ich offensichtlich nicht wirklich aus der Übung, was das Handling von Windows bertrifft. (Ja, ich gebe zu, bis 1999 ausschließlich unter Windows gearbeitet zu haben.) Zum anderen ist Windows-XP ja um Längen intuitiver als ältere Windows-Systeme.

Um den Computer für meine Freundin erreichbar zu machen, musste nun aber noch ein Screenreader her. Meine Freundin nutzt „Jaws„. Ich kenne „Jaws“ natürlich schon vom PC bei ihr zu Hause. Aber nun, da ich ihn selbst eingerichtet habe und die Gelegenheit beim Schopfe packen konnte, um ein wenig damit rumzuspielen, bin ich richtig beeindruckt. Es gibt für den Screenreader kaum eine Situation, in der er verstummt. Und die Stimme ist klar verständlich. Kein Vergleich mit dem schwachen Stimmchen, das mein Mac zu bieten hat und das in den meisten Anwendungen leider schweigt.

Ob dies nun der Beginn einer Rekonvertierung zu Windows ist? Mal sehen. Ich hatte mich von Windows abgewandt, weil ich Lust hatte auf alternative Bedienkonzepte und damals sehr überzeugt war von OpenSource. Die Lust auf Alternativen ist nach wie vor da. Auch der Glaube an OpenSource. Aber die ideologische Barriere in meinem Kopf ist kleiner geworden. Und wenn es nun für blinde Menschen am einfachsten ist, mit Windows zu arbeiten, dann öffne ich mein Herz eben auch wieder für das kommerzielle Fensterln.

BVG tut manchmal weh

Mai 9, 2006

Die öffentlichen Verkehrsbetriebe von Berlin heißen BVG (Berliner Verkehrsgesellschaft) und S-Bahn GmbH. Die BVG betreibt U-Bahn, Bus und Tram. Die S-Bahn GmbH die S-Bahn.

Ich nutze die öffentlichen Verkehrsmittel selten, weil ich als Rollstuhlfahrer meist schneller und unkomplizierter mit meinem Auto durch die Stadt komme. Meinen Elektrorollstuhl habe ich dann immer in meinem "Ford Transit" Kleinbus dabei, mit einem elektrischen Lift verladen und durch eine feste Arretierung gut gesichert.

Aber es gibt Situationen, in denen ich mein Auto stehen lasse und lieber mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahre. Meist mit der U-Bahn. Und leider gibt es dabei immer noch zu oft gravierende Probleme. So auch heute am Abend.

Weil ich mit einer Freundin im Prenzlauer Berg auf ein Bier ausgehen wollte, hatte ich mich entschlossen, mit der U-Bahn dorthin zu fahren. Ich war mir des Risikos durchaus bewusst, sind doch Abfahrts- und Ziel-Bahnhof mit Aufzügen ausgestattet, jedoch nicht die nächsten Bahnhöfe davor und danach. Soll heißen: wenn der Aufzug am Abfahrts- oder Ziel-Bahnhof kaputt sein sollte, müsste ich große Umwege in Kauf nehmen.

Nun, auf dem Hinweg zum Prenzlauer Berg lief alles glatt. Alle Aufzüge funktionierten. Aber am späteren Abend kam es, wie es kommen musste. Der Aufzug am Ziel-Bahnhof ganz in der Nähe meiner Wohung war inzwischen außer Betrieb gegangen. Und, wie gesagt, die benachbarten Bahnhöfe sind nicht mit Aufzügen ausgestattet. Deshalb musste ich noch ganze drei Stationen weiterfahren, um den nächsten und – Gott sei Dank – funktionierenden Aufzug zu erreichen.

So hatte ich einen langen Weg mit dem Elektrorollstuhl an der frischen Luft, bis ich bei mir zu Hause eintraf. Das tat weh. Aber der Weg bot auch Gelegenheit, über die Barrierefreiheit der BVG im Bereich ihrer U-Bahnen zu sinnieren.

1. Gedanke: Die meisten U-Bahnzüge sind älterer Bauart. Sie haben eine ziemlich hohe Stufe, um in sie hinein zu gelangen. Deshalb muss ich mich als Rollstuhlfahrer vorne an der Spitze des Zuges beim Fahrer bemerkbar machen, damit dieser eine Rampe an den Wagon anlegt, so dass ich schwellenlos in den Zug rollen kann. Nun sind die Zugfahrer jedoch nie darüber informiert, ob am Zielbahnhof, an dem man als Rollstuhlfahrer aussteigen will, auch die Aufzüge funktionieren. Ich wurde schon öfters, nicht nur heute, an dem von mir gewählten Bahnhof vom Fahrer per Rampe aus seinem U-Bahnzug entlassen, obwohl der Aufzug dort gar nicht in Betrieb war. Nervige Konsequenz aus dieser Wissenslücke: bis ich zum Fahrstuhl gerollt bin und festgestellt habe, dass dieser nicht funktioniert, ist mein Zug weg, und ich muss längere Zeit warten, bis eine neue U-Bahn eintrifft, die mich zum nächsten Bahnhof mit Fahrstuhl bringen kann.

2. Gedanke: Wenn nun jede Station mit einem Fahrstuhl ausgestattet wäre, wöge es womöglich nicht so schwer, wenn einmal auf einem Bahnhoft der Aufzug kaputt wäre. Man führe einfach zum nächsten Bahnhof. Zurzeit ist es aber noch so, dass nur wenige U-Bahnhöfe mit Aufzügen ausgestattet sind. Ist also der Fahrstuhl auf einem Bahnhof kaputt, bedeutet dies in der Regel, einen Umweg von mehreren Stationen in Kauf nehmen zu müssen, um wieder ans Tages- bzw. Nachtlicht zu gelangen. So war es mir ja auch heute Abend passiert.

3.Gedanke: Ja, und dann sind da noch die Info-Säulen auf jedem Bahnhof. An diesen sollte man sich als Rollstuhlfahrer eigentlich per Knopfdruck hilfreiche Informationen holen können. Aber meistens ist es genau umgekehrt und man versorgt stattdessen die Damen von der Info-Zentrale mit wichtigen Streckeninformationen. Heute, aber auch an anderen Tagen, war es so. Der Stimme in der Info-Säule war es ganz neu, dass der Fahrstuhl am Bahnhof, auf dem ich stand, außer Betrieb ist. Und einmal habe ich es sogar erlebt, dass mir meine Gesprächspartnerin an der Info-Säule nach mehreren Minuten Recherche versicherte, dass der Fahrstuhl auf einem benachbarten Bahnhof auf jeden Fall funktioniert, ich aber feststellen musste, dass der Aufzug auf der betreffenden Station gar nicht existierte, weil er einer umfangreicheren Baustelle gewichen war.

Das Fazit auf meiner verlängerten Heimfahrt heute Abend lautete deswegen: Die BVG muss ihre Fahrer und ihre Info-Leute endlich mit dem Pannenreport vernetzen, damit man als Rollstuhlfahrer nicht hoffnungsvoll auf einem Bahnhof aussteigt, an dem gar nichts geht. Und es braucht wesentlich mehr Aufzüge auf den U-Bahnhöfen dieser Stadt. Dann fiele der Ausfall eines Fahrstuhls auch nicht so ins Gewicht.

Aber solange es noch so viele Stationen ohne Fahrstuhl und in Punkto Fahrstuhldefekte uninformierte Fahrer und unwissendes Service-Personal gibt, tut die BVG sicher noch manches Mal so weh, wie sie es heute Abend wieder getan hat.

Per Anhalter durch die Gneisenaustraße

Mai 4, 2006

Ich bin ja nicht sehr groß. Sondern mehr der Typ "winzig kleiner Rolli-Fahrer". Aber ich fahre inzwischen einen respektabel großen Ford Transit Bus. Ich tue dies, weil ich so auch meinen sperrigen Elektro-Rolli locker mit dem Auto mitnehmen kann.

Aus der Kombination "großer Bus" und "kleiner Fahrer" ergeben sich immer wieder witzige Situationen. Und die möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten. Als Auftakt einer Serie interessanter Begebenheiten möchte ich heute von einem abendlichen Erlebnis im frühlingshaften Berlin erzählen:

Neulich setzte ich meine blinde Freundin Jutta und eine gemeinsame gehbehinderte Freundin vor einer Kneipe am Südstern ab. Um anschließend in aller Ruhe einen Parkplatz für das große Auto zu suchen. So wenigstens der Plan. Aber es kam etwas anders.

Kaum angefahren musste ich wieder anhalten, weil die erste Ampel auf der Gneisenaustraße auf Rot stand. Und genau in diesem Moment klopfte eine ältere Dame an die Beifahrerscheibe. Sie hatte zwei Einkaufsüten aus Plastik bei sich und sah sehr entschlossen aus. Ich ließ die Scheibe herunter und fragte die Frau, was sie von mir wollte. Sie sagte, sie wolle nach Hause, habe aber vor, das Geld für die U-Bahn zu sparen. Ich würde dieses Problem ja kennen. (Tue ich das wirklich?) Und sie fragte mich, ob sie nicht einsteigen dürfe, damit ich sie zur nächsten U-Bahnstation fahre, wo sie wohne.

Naja, ich bin ja doch ein Gutmensch. Außerdem war kein geeigneter Parkplatz für mein ach so großes Auto in Sicht. So sagte ich, sie könne zusteigen. Dies tat sie prompt. Und sie gab sofort Anweisungen, wie weit ich fahren sollte, und wo ich sie dann hinaus lassen könnte.

Ich fuhr los. Mittlerweile hatte die Dame wohl entdeckt, dass irgendetwas mit mir nicht stimmte. Etwas misstrauisch beäugte sie die Fahrbewegungen mit meinen kurzen Armen am Lenkrad und das Gasgeben und Abbremsen mit meinen kurzen Beinen. Aber die ältere Dame hatte ein Ziel vor den Augen und offenbar nicht den Glauben verloren, dass ich sie dahin bringen würde.

Nachdem die Frau mich fast zu ihrem Fahrtziel gelenkt hatte (nein, nicht hier halten, bitte fahren sie noch über die Kreuzung vor die Apotheke), fasste sie sich ein Herz und fragte nun offensichtlich sehr besorgt, ob ich Schwierigkeiten hätte, so einen Bus zu lenken. Ich sagte schlicht, es gehe alles schon sehr gut. Schließlich seien wir ja schon eine U-Bahnstation weit gekommen. Darauf hin befahl sie mir zu halten. Als ich dies getan hatte, bedankte sie sich für die Mitfahrgelegenheit, kletterte aus dem Wagen und wünschte mir einen schönen Abend.

Zurück blieb ich mit einer dezenten Alkoholfahne, die vom Beifahrersitz hinüber wehte, und mit der perplexen Erkenntnis, dass im frisch-frechen Berlin wohl auch kleinwüchsige Schwerbehinderte zum Taxifahren taugen.

Nur der Vollständigkeit halber: meine Parkplatzsuche konnte ich nun ungestört und letztlich erfolgreich fortsetzen.

Barrierefreiheit im Berliner Regierungsviertel entgleisst

April 28, 2006

Gestern musste ich die Frontscheibe meines Autos austauschen lassen, weil die Scheibe durch einen Steinschlag zu stark lediert war. Für die Reparatur waren bei der Anmeldung in der Werkstatt fünf Stunden veranschlagt worden. Da die Werkstatt ganz in der Nähe des neuen Regierungsviertels liegt, hatte ich mir vorgenommen, die Wartezeit nicht ungenutzt zu lassen, und mich dort einmal ausführlicher umzuschauen.

Schließlich sehe ich mich in diesen Jahren regelmäßig auf der sich ständig wandelnden Baustelle Berlin um, damit ich nicht in die Situation komme, dass mir der Besuch von außerhalb von Gebäuden oder Parks vorschwärmt, die ich selbst noch nicht zu Gesicht bekommen habe. Ein fast unerträglicher Moment für mich, denn als echte Berliner Pflanze habe ich doch den Anspruch, über meine Stadt Bescheid zu wissen!

Also zog ich los: durch den Tiergarten zum Bundestag, dort hinauf aufs Dach und weiter aufwärts in der Glaskuppel, die das Gebäude krönt. Anschließend entlang am Spreeufer, vorbei am Paul-Löbe-Haus mit Aussicht auf den neu entstehenden Hauptbahnhof. Das Spreeufer verlassenend weiter entlang an der endlos scheinenden Längsseite des Kanzleramtes oder besser: Kanzlerinnenamtes. Danach hinüber zur "Schwangeren Auster", unserem Haus der Kulturen der Welt, und zurück zur Autowerkstatt durch den Tiergarten.

Bei meinem Rundgang fiel mir an mehreren Stellen schmerzhaft auf, dass die Bedürfnisse behinderter Menschen in den neuen Parkanlagen um die Spree und an den neu entstandenen Straßen um den Hauptbahnhof und um das Kanzlerinnenamt kaum oder gar nicht berücksichtigt wurden. Und ich brauchte nicht viel Fantasie, um mir vorzustellen, dass so ein Rundgang, wie ich ihn machte, für manchen Menschen mit Handicap gar zum buchstäblichen Reinfall werden kann, nämlich zum Fall in die Spree.

Zunächst für Rollstuhlfahrer mit Handrollstühlen. Es gibt mehrere rampenartige Verbindungswege von dem höher gelegenen Areal mit den Regierungsbauten hinunter zur Promenade an der Spree. Hier fehlen Absätze mit waagerechter Strecke, damit man bei der Abfahrt immer wieder ausrollen kann und nicht mehr und mehr Fahrt aufnimmt, um schließlich spektakulär für die umstehenden Passanten in hohem Bogen in die Spree zu rauschen.

Aber auch nichtsehende Menschen könnten an der Spreepromenade einen Reinfall im wahrsten Sinne des Wortes erleben. Ganz besonders vorm Paul-Löbe-Haus. Dort gibt es einen ominösen Streifen geriffelter Platten, der nur der Zierde dienen soll, blinden Nutzern eines Langstocks aber einfach signalisieren muss, dass hier ein Leitsystem ist. Mit vielleicht fatalen Folgen: Zunächst schrammt der vermeintliche Leitstreifen am mehreren Baumscheiben entlang, um dann je an einem Vorsprung an der Uferwand zur Spree zu enden. Natürlich ohne Vorwarnung. Mit entsprechend beherztem Tempo landet ein blinder Mensch ebenfalls in der Spree, vielleicht genau neben einem planschenden und nach Luft schnappenden Rollstuhlfahrer.

Sicher gehören dieser Streifen vorm Paul-Löbe-Haus und die Beschleunigungsrampen zu den prekärsten Stellen im Regierungsviertel. Aber für blinde Menschen gibt es auch auf den neuen Straßen böse Überraschungen. Natürlich sind hier alle Fußgängerampeln mit akkustischen Signalen ausgestattet. Um in den Genuss des Freigabesignals zu kommen, wenn die Ampel für Fußgänger auf Grün geschaltet hat, muss jedoch ein Knopf gedrückt werden. Oft genug befindet sich dieses Knöpfchen nun in einer Höhe, in der selbst ich mich als wirklich kleiner Rollstuhlnutzer nach unten bücken muss. Darauf muss der blinde Fußgänger dann erst einmal kommen.

Ja, und dann ist da genau vorm Kanzlerinnenamt diese Ampel, die schon nach so kurzer Zeit wieder auf Rot schaltet, dass das Freigabesignal bestimmt keine Orientierung bei der Überquerung bieten kann, weil es einfach zu schnell verhallt.

Insgesamt muss ich deshalb feststellen, dass ausgerechnet dort, wo eigentlich die Weichen für mehr Barrierefreiheit gestellt werden sollten, der Zug zur barrierefreien Gestaltung von Straßen und Plätzen an mehreren Stellen fürchterlich entgleisst.

InFo e.V. – emanzipatorische Beratungsarbeit in Berlin

April 24, 2006

Ich habe eine neue sinnvolle Ergänzung meiner Tagesgeschäfte. Seit fast zwei Monaten mache ich die Verwaltung für einen kleinen, aber feinen Bildungsträger in Berlin, dem "Institut für Fortbildung und Beratung e.V." kurz: InFo e.V.

InFo e.V. ist ein Zusammenschluss von 12 körperbehinderten, sinnesbehinderten und nichtbehinderten Beraterinnen und Beratern, die sich in ihren jeweiligen Professionen wie Pädagogik, Pflegewissenschaften, Supervision, Psychologie und Juristerei auf den Weg gemacht haben, die gleichberechtigte Teilhabe behinderter Menschen an allen Lebensbereichen zu fördern. Um dies zu erreichen, verfolgt der 1999 gegründete Verein im wesentlichen zwei Ziele: zum einen die Lebenssituation behinderter Menschen zu verbessern, zum anderen nichtbehinderte Menschen für die Belange behinderter Menschen zu sensibilisieren.

InFo e.V. hält eine Reihe von Angeboten bereit, um diese Ziele zu verwirklichen. Das Angebotsspektrum umfasst Selbstklärungsseminare für behinderte Menschen, Supervision für behinderte und nichtbehinderte Profis aus der Behindertenhilfe und Behindertenselbsthilfe sowie Sensibilisierungstrainings für Angehörige von Dienstleistungsunternehmen. Mit seinen Angeboten möchte InFo e.V. Einzelpersonen ansprechen, aber auch Gruppen, Organisationen und Unternehmen. Eben alle, für die das Thema "Behinderung" in der einen oder anderen Weise relevant ist.

Als ich InFo e.V. kennen lernte, war mein erster Eindruck, dass es sich um ein sehr ehrgeiziges Projekt handelt. Schon bald merkte ich jedoch, dass dieser Ehrgeiz ankommt in Berlin. Und nun, da ich die Verwaltung für InFo e.V. übernommen habe, sehe ich es an den Rechnungen und Kontoauszügen auch schwarz auf weiß: allein in der kurzen Zeit meiner Tätigkeit für den Verein gab es vielfältige Aufträge an Supervision und Fortbildung. Zu den Auftraggebern in diesen zwei Monaten zählten eine Praxisgemeinschaft für Ergotherapie, zwei Anbieter von Persönlicher Assistenz und mehrere Träger sozialpädagogischer Einzelfallhilfen, aber auch ein Pflegeheim, Schulstationen und eine Versicherungsgesellschaft.

Natürlich hoffe ich, dass diese Vielfalt an Aufträgen trotz Zeiten knapper Kassen anhält und ich in meinem neuen Ehrenamt stets reichlich mit Rechnungen und dem Verbuchen von Zahlungseingängen zu tun haben werde. Denn unter dem Dach von InFo e.V. verbinden sich, wie ich finde, Erfahrungen aus der emanzipatorischen Behindertenbewegung in einzigartiger Weise mit neuen und neuesten Erkenntnissen aus Kommunikationspsychologie, Pflegewissenschaften, Pädagogik und Supervision.

Aber verschafft Euch doch selbst einen Eindruck von InFo e.V. Klickt doch einfach mal auf die Webseiten des Vereins. Und falls Ihr weitergehende Fragen habt, wendet Euch per Telefon an Diplom-Supervisorin Jutta Rütter, die die Geschäftsstelle des Vereins leitet. Jutta Rütter hat sicher ein offenes Ohr für Euch.

Aus dem Netz auf die Ohren!

April 11, 2006

Beim Stöbern durch die Kobinet-Nachrichten stieß ich im Oktober 2005 auf einen Artikel, in dem über ein Interview von Jens Bertrams auf Milina-Radio, einem Internetradio von Menschen mit Behinderungen, berichtet wurde. Zu meiner Freude kannte meine von Apple kreierte eierlegende Wollmilchsau in Sachen Musikabspielen, also das iTunes-Programm, die Wiedergabe von Internetradios bereits. Und so wurde der Artikel der Kobinet-Nachrichten zum Startschuss für meine Reise in die Welt der Internetradios.

Nachdem ich enthusiastisch verschiedene Adressen ausprobiert hatte, stellte ich bald ernüchtert fest, dass es nur wenige Sender im Internet gibt, die neben einem nicht enden wollenden Strom von Musik redaktionelle Beiträge bringen. Und nur sehr wenige, die auch Fragen zu körperlichen oder Sinnes-Behinderungen thematisieren.

In dieser Hinsicht war Milina-Radio einzigartig. Die Zukunft von Milina-Radio ist ungewiss, zurzeit wird nicht gesendet.

Dafür gibt es seit Januar einen neuen deutschsprachigen Sender, der auf geniale Weise allgemeine aktuelle Themen und politische Beiträge rund um das gesellschaftliche Phänomen "Behinderung" mit gut gemachten Musikbeiträgen und spezialisierte Musiksendungen kombiniert. Es ist dies der Ohrfunk.

Ja, Ohrfunk könnte zu einem neuen aufgeklärten Lifestyle werden. Und ich gestehe: Ich bin Ohrfunk und seinem ModeratorInnen-Team bereits verfallen!

Matthias – ein schwaches Stimmchen für den Mac.

April 11, 2006

Seit letztem Herbst nutze ich ein iBook von Apple für die tägliche Arbeit. Nach kurzer Zeit habe ich dann entdeckt, dass das neue Betriebssystem für den Mac, das Mac OS X Tiger, einen Screenreader enthält. Und zwar richtig tief eingelassen ins System. Ich staunte nicht schlecht. Der Screenreader ist Teil des Voiceover-Programms, eine Benutzeroberfläche für Menschen mit Sehbehinderungen und für blinde Menschen. Mit VoiceOver ist der Mac ganz über die Tastatur steuerbar und je nach Wunsch wird das, was auf dem Bildschirm geschieht, stark vergrößert dargestellt oder akkustisch beschrieben.

Nun, der Linux-Desktop von SuSE kommt seit Version 7.0 mit dem Screenreader Blinux daher. Dieser beherrscht Sprachausgabe und unterstützt die gängigsten Braille-Zeilen. Aber PCs mit Linux sind immer noch Exoten und für den Laien oft nicht so einfach zu bedienen.

Für den Quasi-Standard der PC-Welt, also für Rechner mit Windows, gibt es bisher standardmäßig nur eine Vergrößerungshilfe für sehbehinderte Menschen. Blinde dagegen müssen für ihren Windows-PC teure Software anschaffen, um Braille-Zeilen zu betreiben und Sprachausgabe zu ermöglichen.

Da ist es schon bemerkenswert, dass nun der zweite etablierte Anbieter eines kommerziellen Betriebssystems nicht nur auf die Belange sehbehinderter Menschen eingeht, sondern auch blinde Menschen mit den Annehmlichkeiten seines Systems vertraut machen will. So scheint es jedenfalls.

Denn nach einem ersten Ausprobieren von VoiceOver stellte ich fest, dass dieser Screenreader nur einige wenige von Apple entwickelte Programme beherrscht. Dazu gehören das mitgelieferte Mail-Programm und der Internetbrowser des Macs. In den meisten Anwendungen bleibt VoiceOver stumm. So kann ein blinder Mensch noch nicht einmal das komfortable iTunes, die von Apple selbst stammende eierlegende Wollmilchsau unter den Musikabspiel-Programmen, bedienen. Ganz zu schweigen von Office-Anwendungen wie dem freien NeoOffice.

So ist der Sreenreader von Apple natürlich nur ein schwaches Stimmchen für den Mac. Hinzu kommt, dass VoiceOver nur englisch spricht. Dies finde ich einfach nur unverständlich, wird das Betriebssystem an sich doch in allen möglichen Sprachen ausgeliefert. Und damit wollte ich mich auch nicht zufrieden geben.

Nach einigen Recherchen im Internet, stieß ich auf die Firma Cepstral. Sie bietet zu vergleichsweise günstigen Preisen Stimmen in vielen Sprachen für den Screenreader von Apple an. Jeweils eine weibliche und eine männliche. Bevor man die Stimmen kauft, kann man sie schon einmal probeweise runterladen und testen.

Meine blinde Freundin entschied sich für Matthias, den männlichen Vertreter der deutschen Cepstral-Stimmen. Nachdem ich mit einem Mitarbeiter von Cepstral via Mail geklärt hatte, dass ich auch überweisen kann, und nicht wie auf der Homepage angegeben, eine Kreditkarte zücken muss, spricht mein Mac meiner Freundin und mir nun gelegentlich Webseiten und Emails auf Deutsch mit hartnäckigem schwedischen Einschlag vor. Immerhin!