Ich mach‘ selten Werbung, aber …

Ich wollte hier ja eigentlich nie Werbung machen. Aber gerade bin ich auf Musik gestoßen – für die muss ich mich einfach ins Zeug legen! Der Berliner Sänger P.R. Kantate hat ein neues Album raus gebracht, es heißt: „Dick in Jeschäft“. Und das ist jut! Richtig juut!

Das „P. R.“ im Namen von Kantate steht für „Platten Reiter“, ist also eine Eindeutschung von „DJ“ bzw. „Disc Jockey“. Und das Eindeutschen von Englischem bzw. das Vermischen scheinbar unvereinbarer Stile ist Programm: P.R. Kantate singt zumeist auf Deutsch, aber die Lieder kommen stets als Reggae oder Ragga daher, oft gemischt mit Rap-Einlagen. Das Ganze würzt er noch mit einer großzügigen Prise Berliner Dialekt und nennt es dann „Berlingua“. Ich nenne es einfach großartig!

Aufmerksam geworden bin ich auf P.R. Kantate schon 2003, als er mit seinem Song „Görli, Görli“ wochenlang in den Berliner Radiosendern zu hören war. In dem Song wird auf eingängige Weise neben dem titelgebenden Görlitzer Park so ungefähr jeder wichtige und unwichtige Platz Berlins und so manche Straße besungen. Deshalb lässt dieses Lied auch heute noch mein echtberliner Herz immer wieder höher schlagen.

Nach 2003 wurde es um P.R. Kantate jedoch wieder still. Sehr still. Im Radio hörte ich nichts mehr von ihm, und nur in einem Online-Musikgeschäft gab es hin und wieder ein kleines Lebenszeichen in Form eines neuen Liedchens, das zum Runterladen angeboten wurde. Und weil es so still um Herrn Kantate war, habe ich auch sein erstes Album verpasst, mit dem er im letzten Jahr beim Publikum vorstellig wurde.

Doch nun gibt es seit dem 22. Juni  ja „Dick in Jeschäft“. Mit diesem Album sollte P.R. Kantate tatsächlich wieder aus der Stille heraustreten können und vielleicht auch wirklich dick ins Geschäft kommen.

Herr Kantate hat auf seinem Album nämlich gleich einen ganzen Stapel guter Lieder veröffentlicht, und was für welche! Es sind alles Cover von Songs aus den 80ern. Seine intelligenten Arrangements und sein Wortwitz machen jedoch fast jeden Track zu einer Neuschöpfung und echten Entdeckung. Und so gibt es nicht nur ein Wiederhören, sondern vor allem ein Neuhören von alten NDW-Hits wie den „Blauen Augen“, „Eisbär“ oder „Da, da, da“. Wir machen Bekanntschaft mit „Karl dem Kiffer“, der nicht gefragt wird, und der uns verdammt stark an das Schicksal eines gleichnamigen Käfers erinnert. Schließlich erfahren wir im „König von Kreuzberg“, dass ein Königreich nicht gleich deutschland-groß sein muss, um darin gute Taten zu vollbringen.

Aber das Album bietet  noch mehr. So hören wir in einer Neuauflage des Puhdys-Klassikers „Geh zu ihr“, dass es Vorteile haben kann, wenn niemand weiß, dass Mann „Hosenscheißer“ heißt. Und wir lernen, dass P.R. Kantate auch englischsprachige Schmachtfetzen in fetzige Reggae-Nummern umschreiben kann. Selbst vor zweifelhaften Ergüssen wie einem „You’re My Heart, You’re My Soul“ von Modern Talking macht seine Cover-Wut nicht halt. Bei ihm heißt es dann „U me Heart“ und ist ebenfalls richtig nett.

Mein Fazit: auch wenn mich jetzt niemand direkt danach gefragt hat, rate ich unbedingt zur  Anschaffung des neuesten Werkes von P.R. Kantate. Denn wie heißt es so schön? „Dieses Album sollte in keiner gut sortierten Plattensammlung fehlen!“

Oder wie Herr Kantate vielleicht sagen würde: „Jehste in Laden und koofst dit schnuckelige Ding, bin ick wieda dick in Jeschäft.“

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Eine Antwort to “Ich mach‘ selten Werbung, aber …”

  1. loki Says:

    P.R. Kantate hat heute (6.7.07) übringens seine release-party im Lido in kreuzberg!
    da wird gerockt!

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