Sp(r)itzenleistungen? Die paralympischen Wettbewerbe in Beijing

Sie haben also wieder begonnen: die olympischen Sommerspiele der gesunden athletischen Körper. Und sie dauern vom 8. bis 24. August 2008. Die Sommerspiele der behinderten Körper dagegen finden vom 6. bis 17. September 2008 statt. Sie heißen wie gewohnt Paralympic Games,  zweckmäßig mit dem Zusatz ihres Austragungsortes versehen – also: Beijing Paralympic Games 2008.

Bei längerem Nachdenken irritiert mich der Name ein wenig. Die Endung „-lympics“ klingt in Erinnerung an die sommerlichen Sportspiele der Nichtbehinderten ja noch recht passend,  stammt sie doch vom englischen „O-lympics“. Aber was meint wohl die Vorsilbe „para“? Schaue ich auf den Seiten der deutschsprachigen Wikipedia nach,  so wird mir für „para“ unter anderem der Spitzname einer Waffe im Online-Spiel „Counter Strike“ vorgeschlagen oder eine Kurzform für französische Fallschirmjäger.

Vom französischen Fallschirmjäger aus tasten sich meine Assoziationen über verunglückte Absprünge rascht zum Begriff „Querschnittslähmung“ vor, und tatsächlich heißt „Para-plegic“ soviel wie „gelähmt“. Aber waren die Paralympics bei ihrer Erfindung im Jahre 1948 nur eine Veranstaltung für Gelähmte? Von dem, was das Internet dazu ausspuckt, ist davon auszugehen,  dass dies mindestens bis zu den „Paralympics“ 1960 in Rom der Fall war.

Und noch etwas irritiert mich. Bei all den vielen Doping-Vorwürfen in letzter Zeit habe ich einfach mal inne gehalten und mir das Magazin „Achtung positiv! Das Doping-Webmagazin“ der ARD zu Gemüte geführt. Und welcher Bereich des Sports ist demnach wohl führend im Doping? Nein, nein, nicht der Radsport. Der kommt erst auf Platz 5. Vor allen anderen Sportarten sind es ausgerechnet die paralympischen Sportarten, bei denen die meisten Dopingfälle auftreten.

Zu dieser pikanten Erkenntnis passt eine Meldung vom 1. Juli 2008. Dort heißt es : „Dachverband der Apotheken unterstützt die paralympische Bewegung“. Ein Schelm, wer dabei Böses denkt und sich fragt, ob wir uns bei den paralympischen Sommerspielen in Beijing am Ende gar über noch mehr Sp(r)itzenleistungen als bei den gerade begonnen o-lympischen Spielen freuen werden.

Vielleicht ist es aber auch nur so, dass es leichter ist, behinderte Sportlerinnen und Sportler zu kontrollieren. Oder die paralympische Bewegung verfügt noch nicht über genug Ressourcen, um Doping mit der nötigen Dezentheit umzusetzen wie es in anderen Sportarten längst üblich sein mag. Wer weiß, wer weiß…

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