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Der mächtige Sound der Vuvuzelas

Juli 4, 2010

Der Abendspaziergang begann völlig harmlos. OK, er war zu warm wie in ganz Berlin an diesem Abend. Aber was soll’s: zu Hause war es noch stickiger. Und draußen mochte zwar kein wirklich laues Lüftchen geweht haben, aber immerhin wehte ein Lüftchen. Das macht in den heutigen heißen Tagen schon einen wesentlichen Unterschied!

Wie auch immer, wir spazierten am Landwehrkanal entlang, als es passierte. Deutlich, sehr deutlich für unsere inzwischen geschulten Ohren, war sie vernehmbar: die Vuvuzela. Ein unverschämt lauter und heller Ton, wie wir ihn bei unserem heimlichen Vuvuzela-Training nur ganz manchmal hinbekommen haben. Wer trötete da mit einer ungekannten Professionalität von welchem Balkon? Irritiertes Umschauen beantwortete diese Frage prompt. An einem geöffneten Fenster hinter herunter gelassenen Vorhängen in der vierten Etage eines unauffälligen Hauses blitzte ein plastik-gelber Trichter hervor. Diesen Trichter kannten wir natürlich gut von unseren eigenen Vuvuzelas, die wir über eine bekannte Supermarkt-Kette erworben hatten.

Auf einmal – in der abendlichen Hitze von 32 Grad und einer Restsonnenbescheinung – war alles ganz klar: wir Freunde des Vuvuzelas-Sounds sollten uns nicht länger verstecken hinter herunter gelassenen Vorhängen. Vielmehr müssten wir uns organisieren für kommende und ohne Zweifel tolle Vuvuzela-Konzerte – selbstbewusst und sogar offen für abgestimmte Mehrstimmigkeit.

Und wenn es mit solcherlei grandiosen Auftritten vielleicht doch nicht klappen sollte, weil uns der Mut fehlen sollte, so wäre wenigstens eine eigene Selbsthilfegruppe sinnvoll, die diskret im Verborgenen arbeiten würde: die Gruppe der AVS – also der Anonymen Vuvuzela-Spieler. Denn die Vuvuzela-Lust lässt uns nicht los genau so wenig wie Jogis Team in diesen Tagen. In diesem Sinne: Gimme hope Joachim!

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