Archive for the ‘Internet’ Category

Nööö, oder?

April 8, 2008

Da wollte ich also endlich meine erste Homepage anmelden in diesen lääängst vergessenen Tagen des letzten Jahrhunderts. Aber sowohl „fabianschwarz.de“ und auch „fabian.schwarz.de“ waren 1999 nicht mehr zu haben. Deshalb hatte ich mich für den damals in meinen Ohren dynamisch klingenden Titel „go-fabianschwarz.de“ entschieden. Was für ein großartiger Fehltritt!

So richtig glücklich war ich mit dem „Gohoo fabianschwarz Punkt de-ee“ nie. Das klang immer ein wenig nach Marktschreierei bzw. nach Rummelplatz. So als würde ich für ein Karusell werben: „Fahren Siiieee Gohoo fabianschwarz Punkt de-eee! Denn das ist Spitze, das ist klasse! Und die Chips gibts an der Kasse!“ Immer wenn ich damals meinen Professorinnen und Professoren im Psychologie-Studium die etwas gehetzt wirkende Homepage buchstabierte, konnte ich mir deshalb ein nervöses Wimpernzucken nicht verkneifen.

Die damalige Homepage ist längst wieder abgeschafft. Aber wenn ich jetzt – in einem Anflug von Sentimentalität – an diese meine Pionierzeit des Internets zurück denke, google ich selbstverliebt hin und wieder  die damals vergebenen Adressen. Und siehe da: die Dingerchen sind wieder frei! Dann sage ich mir: „Nööö, oder?“ Da hatten meine Konkurrenten also vielleicht schon längst aufgegeben, während ich mit meinen damaligen Webseiten noch eine Runde im „Gohooo-Dingsda“-Karusell gedreht habe.

Naja… Aber was hätte ich wirklich anders gemacht, wenn meine Internet-Adresse nun stolz „www.fabianschwarz.de“ geheißen hätte? Wäre ich dann nicht auf ein eigenen Blog und das gelegentliche Bloggen umgestiegen? Hätte ich die wohlklingende Internet-Präsenz mit meinen mehr schlecht als recht anmutenden HTML-Kenntnissen über Jahre und Jahrzehnte wirklich tapfer verteidigt? Ich glaube, darüber muss ich noch eine Runde schlafen … In diesem Sinne: Gute Nacht!

Advertisements

Da glüht was im Berliner Kabel!

April 6, 2008

Der Internetsender „Ohrfunk.de“ ist im Berliner Kabel angekommen. Auf der Frequenz 90,80 MHz kann man Ohrfunk nun auch im Berliner Kabel hören, ohne den guten alten oder neuen Computer anwerfen zu müssen. Das ist schön, denn so können auch Leute dem Ohrfunk lauschen, die keinen Rechner haben oder es einfach nicht mögen, Radio über den Computer zu hören.

Allerdings halten sich die Macherinnen und Macher dieses Projektes, die Mitglieder der Medieninitiative blinder und sehbehinderter Menschen in Deutschland (MIBS) e. V., bedeckt darüber, ob dieses Angebot nun für Dauer ist und wann gegebenenfalls auch andere Regionen in den Genuß von „Ohrfunk“ im Radio-Kabel kommen werden. Bis jetzt war nur zu hören, dass es sich um eine Test-Phase handeln würde, die auch wieder abgebrochen werden könne. Genaueres ist zur Zeit nicht zu erfahren.

Egal wie lange diese Testphase nun dauern sollte: es macht auf jeden Fall Spaß, Ohrfunk auf der heimischen Stereoanlage zu lauschen – ohne das Geräusch des Lüfters vom PC im Hintergrund.

Rollstühle und andere Hilfsmittel vergleichen?

November 21, 2007

Oft genug hat sich mein Elektro-Rollstuhl der Firma „Meyra“ nun im Kreis gedreht. Der schöne Name „Optimus“ war hier definitiv nicht Programm. Vielmehr war das Gegenteil der Fall: immer wieder gab es einen Fehler auf der Lenkplatine, so dass die Lenkung dauerhaft einschlug und der Stuhl nur noch im Kreis rollte. Das war höchstens feierlich, wenn es auf der Tanzfläche einer Hochzeit passierte. Es war ganz und gar unfeierlich, wenn es auf dem Nachhauseweg auf einer belebten Straße Berlins oder aus heiterem Himmel mitten im Urlaub geschah.

Angestoßen von derart negativen Erfahrungen, beginne ich mich zu fragen, ob eine Art „Stiftung Warentest“ auch für Rollstühle möglich wäre. Eine erste Recherche führt mich ins Internet – ohne erfolgreiche Ergebnisse.

Gebe ich in der bekanntesten Suchmaschine „Google“ den Begriff „Rollstuhl“ als Suchkriterium an, erscheinen zuerst (Stand: 20.11.2007) die Adresse eines so genannten Discount-Sanitätshauses, dann ein Artikel aus der Wikipedia zum Thema „Rollstuhl“ und schließlich diverse Einträge von Herstellern von Rollstühlen und von Anbietern von Reisen für „Rolli-Nutzer“. Danach hinterlassen einschlägige Sportclubs ihre Adresse usw.

Einen übersichtlichen Vergleich zu Rollstühlen, zu ihren Vorzügen und Nachteilen, zu ihrem Preis und zu den Kosten für den Unterhalt suche ich hier vergeblich. Gibt es eine solche Seite noch nicht, oder ist sie bei den großen Suchmaschinen-Anbietern dieser Tage nur nicht verzeichnet?

Wie sind eigentlich die Erfahrungen der geneigten Leserinnen und Leser zu diesem Thema? Funktioniert der Rollstuhl so, wie Sie es sich gedacht haben? Wie sieht es mit anderen Hilfsmitteln aus? Und wer weiß von ihren Erfahrungen?

Sollten es nicht auch eine Art „Verbrauchercheck“ für Hilfsmittel geben? Was halten Sie davon?

Von wegen Vereinsamung am PC

September 19, 2006

Am Samstag waren meine Freundin und ich mal wieder auf einer netten Party. Auf einer Party, die der „Ohrfunk“ veranstaltet hat. Nun ja, auf Parties sind wir schon öfters gewesen. Aber nicht oft auf einer, die durch und erst mit dem Internet möglich wurde. Es war nämliche eine virtuelle Party Wir unterhielten uns im „Irrenhaus“, einem der wenigen nicht kommerziellen Anbieter von Telefon-Chat-Konferenzen, mit anderen Partygängern über das laufende Musik-Programm des Internet-Radiosenders „Ohrfunk.de“, über unsere Ergänzungswünsche und das Leben ganz allgemein. Der Rechner ist doch schon ein gutes Stück Dreh- und Angelpunkt unserer Kommunikation geworden!

Heute denke ich zurück an die Zeit vor nunmehr 20 Jahren, als ich meine ersten Gehversuche (als Rollstuhlfahrer!) in Sachen Computer unternommen hatte. Damals sah die Sache ganz anders aus: Das Internet war noch nicht erfunden. Die Einrichtung von Internet-Radiostationen wie dem „Ohrfunk.de“ hätte ich mir wahrscheinlich gar nicht vorstellen können, ebenso wenig Telefonkonferenzen wie die im „Irrenhaus“. Und das Heimcomputern war eine einsame Angelegenheit!

Mein erster Computer war ein „ZX Spektrum“, und um diese neue Wunderkiste zu verstehen, saß ich stundenlang davor – allein. Meine Mutter fürchtete gar, dass mich eines Tages das gleiche Schicksal ereilen würde, das die aufgeklärte Allgemeinheit Mitte der 80er Jahre für sämtliche Heimcomputer-Nutzer vorhersagte: dass sie nämlich über kurz oder lang vereinsamen würden vor ihren Rechnern. Dass Computer eines Tages auch helfen würden, Kontakte aufrecht zu erhalten oder neu zu knüpfen – daran war zu dieser Zeit gar nicht zu denken.

Nun, es ist bekanntermaßen anders gekommen als gedacht! Und wie wir Berliner sagen würden: „Das ist auch gut so!“ Es muss ja nicht gleich eine virtuelle Party sein – die meisten von uns kommunizieren heute auch im ganz gewöhnlichen Alltag bereits ein gutes Stück weit über den Computer. Vor allem, wenn wir Emails schreiben, aber auch, wenn wir z.B. online bestellen. Und der Rechner als Kommunikationszentrum wird in den nächsten Jahren noch zunehmen, so die landläufige Meinung. Also von wegen: Vereinsamung am PC.

Ein langes Wochenende geht zu Ende

April 17, 2006

Der Ostermontag neigt sich konsequent seinem Ende zu. Ein langes Wochenende mit meinem Lieblings-Internetradio geht zu Ende. Ohrfunk hatte einige ganz dicke Eier versteckt über das Wochenende: Eine Folkrocksendung mit Bianca Hess, die neueste Ausgabe einer schon seit Jahren auf Radio Unerhört aus Marburg etablierten Sendung mit Jens Bertrams namens "Candlelight", die lange Nacht des Claus, um nur drei dieser erstklassigen Ostereier zu nennen.

Höhepunkt war aber sicherlich die interaktive Radioparty am Samstag mit zwei Quizzteams. Die Quizzteams waren zusammengestellt aus Hörern, die über Telefon vernetzt im Irrenhaus, einem Hamburger Chatsysystem, und über Internetradio gegen einander spielten.

Gerade laufen die amerikanischen Top 100 vom 16. April 1966, sorgfältig zusammengesucht und moderiert von Jürgen Beer. Und diese beschließen das ereignisreiche Wochenden auf Ohrfunk.

Die Top 100 vom wievielten April welchen Jahres? Na, das dachte ich auch. Aber selbst ich, der vor 40 Jahren noch ganz locker überhaupt nicht auf dieser Welt war, profitiere hin und wieder von einem Wiedererkennungseffekt. Gerade laufen z.B. die Mamas & Papas mit "California Dreaming".

Auf die Wiederkehr eines solch bunten Feuerwerks an originellen Sendeideen müssen wir sicherlich eine Weile warten. Aber in der Zwischenzeit wird Ohrfunk ganz bestimmt nicht langweilig. Dafür gibt es einfach zu viele engagierte Radiomacher/-innen auf diesem Sender.

Neugierig? Dann klickt doch einfach mal rein: www.ohrfunk.de. Von Montag bis Freitag gibt es moderiertes Programm von 19.00 bis 23.00 Uhr. Und am Wochenende geht es samstags schon um 13.00 Uhr, sonntags bereits um 11.00 Uhr los. Die interaktive Radioparty, genannt "Ballroom" gibt es übrigens jeden samstag Abend ab 20.00 Uhr

Woher die Ahnen kommen

April 12, 2006

Heute möchte ich über eine Einrichtung und ihren Entstehungshintergrund berichten, die ich während meines Schüleraustausches in den Vereinigten Staaten von Amerika 1991/92 kennen gelernt habe. Ich lebte damals bei einer Familie in der Nähe von Salt Lake City, der Stadt, die 2002 Austragungsort der olympischen Winterspiele war.

Salt Lake City liegt im Bundesstaat Utah, einer Region in den USA, die hauptsächlich von Mormonen, oder korrekter: von Angehörigen der Kirche Jesus Christi der Heiligen der letzten Tage, bewohnt wird. 'Aha!', wird die geneigte Leserin oder der geneigte Leser jetzt vielleicht denken, 'kein Alkohol, aber Vielweiberei.' Nun, dass mit dem Alkohol stimmt. Mormonen trinken tatsächlich keinen. Und sie rauchen auch nicht. Ja, nicht einmal Kaffee und Schwarztee nehmen sie zu sich. Aber das mit der Vielweiberei ist so schon lange nicht mehr richtig. Diese wurde den Mormonen durch ihren kirchlichen Führer schon Ende des 19. Jahrhunderts verboten.

Ein wichtiger Glaubenssatz der Mormonen besagt, dass sich jeder je auf Erden gelebter Mensch frei entscheiden können muss, ob er sich in ihrem Sinne bekehren lassen will oder nicht. Nun sind die Heiligen der letzten Tage jedoch eine vergleichsweise junge Religionsgemeinschaft. Die Kirche formierte sich erst um 1830. Bis dahin hatten schon viele Menschen gelebt, ohne je die Chance gehabt zu haben, Mormone zu werden.

Aber dies ist für die Mormonen ein lösbares Problem. Die Mormonen glauben, dass sich Verstorbene auch nach ihrem Tod noch zu Heiligen der letzten Tage bekehren lassen können. Sie gehen davon aus, dass die Verstorbenen in einer Art Geisterwelt auf das jüngste Gericht warten. Und in dieser Geisterwelt seien inzwischen auch ihre Missionare aktiv, also verstorbene Mormonen.

Einen Haken hat die Sache dann aber doch. Ein Verstorbener, der zum Glauben der Mormonen übertritt, muss auf der Erde durch einen jetzt lebenden Gläubigen, der den Namen des Verstorbenen kennt, stellvertretend getauft werden.

Nun sind die Heiligen der Letzten Tage natürlich sehr daran interessiert, möglichst allen je gelebten Menschen die Möglichkeit zum Übertritt zu ihrem Glauben zu geben. Jede Familie sucht deshalb akribisch nach Vorfahren, die dann prophylaktisch durch ein heute lebendes Familienmitglied stellvertretend getauft wird, stets in der Hoffnung, der Ahne sei inzwischen in der Geisterwelt zur Aufnahme in die Kirche bereit.

Um all die Vorfahren zu finden, die da in der Geisterwelt, so wie sie sich die Mormonen vorstellen, existieren, müssen aktive Mitglieder der Kirche Jesus Christi genaue Ahnenforschung betreiben. Zu diesem Zwecke haben sie in Salt Lake City ein Ahnenforschungszentrum etabliert, das einmalig ist auf unserer Erde.

Ich habe das Zentrum während meines Schüleraustausches kennen gelernt und dort viele Stunden für meine Gastfamilie und für deren Freunde mit deutscher Abstammung verbracht, um anhand von Mikrofiche-Kopien alter ostptreußischer oder pommerscher Kirchenbücher nach Ahnen zu suchen.

Das Ahnenforschungszentrum steht aber nicht nur gläubigen Mormonen offen, sondern selbstverständlich allen an Ahnenforschung interessierten Menschen. Besuchen Sie es einmal – entweder ganz real in Salt Lake City in Utah oder auf der Homepage des Zentrums. Viel Erfolg bei Ihren Recherchen!

Aus dem Netz auf die Ohren!

April 11, 2006

Beim Stöbern durch die Kobinet-Nachrichten stieß ich im Oktober 2005 auf einen Artikel, in dem über ein Interview von Jens Bertrams auf Milina-Radio, einem Internetradio von Menschen mit Behinderungen, berichtet wurde. Zu meiner Freude kannte meine von Apple kreierte eierlegende Wollmilchsau in Sachen Musikabspielen, also das iTunes-Programm, die Wiedergabe von Internetradios bereits. Und so wurde der Artikel der Kobinet-Nachrichten zum Startschuss für meine Reise in die Welt der Internetradios.

Nachdem ich enthusiastisch verschiedene Adressen ausprobiert hatte, stellte ich bald ernüchtert fest, dass es nur wenige Sender im Internet gibt, die neben einem nicht enden wollenden Strom von Musik redaktionelle Beiträge bringen. Und nur sehr wenige, die auch Fragen zu körperlichen oder Sinnes-Behinderungen thematisieren.

In dieser Hinsicht war Milina-Radio einzigartig. Die Zukunft von Milina-Radio ist ungewiss, zurzeit wird nicht gesendet.

Dafür gibt es seit Januar einen neuen deutschsprachigen Sender, der auf geniale Weise allgemeine aktuelle Themen und politische Beiträge rund um das gesellschaftliche Phänomen "Behinderung" mit gut gemachten Musikbeiträgen und spezialisierte Musiksendungen kombiniert. Es ist dies der Ohrfunk.

Ja, Ohrfunk könnte zu einem neuen aufgeklärten Lifestyle werden. Und ich gestehe: Ich bin Ohrfunk und seinem ModeratorInnen-Team bereits verfallen!

Hallo Welt!

April 10, 2006

So, jetzt bin ich also auch dabei. Glaubt man der Wikipedia-Enzyklopädie, dann bin ich wohl sieben Jahre zu spät dran. Denn das Bloggen, so Wikipedia, boome schon seit 1999.

Damals hatte ich noch nicht einmal meine erste Homepage in Angriff genommen. Und nachdem ich mich ab 2001 zwei Jahre lang mit einfachen HTML-Strukturen herum geschlagen habe, aber immer wieder ernüchtert wurde durch das nur mäßige Erscheinungsbild meiner Homepage und durch die eigentlich banale Erkenntnis, dass Webseitenprogrammierung allein noch keine interessanten Inhalte hervorzaubert, hatte ich meine Präsenz im Web zunächst wieder eingestellt.

Das Bloggen als Art des Publizierens im weltweiten Gewebe kenne ich erst seit etwa einem Jahr. Und ich denke, inzwischen habe ich mir genügend andere Blogs angeschaut und die nötige Lust entwickelt, um ab heute mit einem eigenen Blog aktiv mitzumischen. Nun denn, schauen wir mal, ob dieser zweite Anlauf ins Web erfolgreicher ist.

Euch und Ihnen viel Spaß mit meinem Blog!