Archive for the ‘Radio’ Category

Da glüht was im Berliner Kabel!

April 6, 2008

Der Internetsender „Ohrfunk.de“ ist im Berliner Kabel angekommen. Auf der Frequenz 90,80 MHz kann man Ohrfunk nun auch im Berliner Kabel hören, ohne den guten alten oder neuen Computer anwerfen zu müssen. Das ist schön, denn so können auch Leute dem Ohrfunk lauschen, die keinen Rechner haben oder es einfach nicht mögen, Radio über den Computer zu hören.

Allerdings halten sich die Macherinnen und Macher dieses Projektes, die Mitglieder der Medieninitiative blinder und sehbehinderter Menschen in Deutschland (MIBS) e. V., bedeckt darüber, ob dieses Angebot nun für Dauer ist und wann gegebenenfalls auch andere Regionen in den Genuß von „Ohrfunk“ im Radio-Kabel kommen werden. Bis jetzt war nur zu hören, dass es sich um eine Test-Phase handeln würde, die auch wieder abgebrochen werden könne. Genaueres ist zur Zeit nicht zu erfahren.

Egal wie lange diese Testphase nun dauern sollte: es macht auf jeden Fall Spaß, Ohrfunk auf der heimischen Stereoanlage zu lauschen – ohne das Geräusch des Lüfters vom PC im Hintergrund.

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P.R. Kantate bei Jürgen Jürgens?

Juli 28, 2007

Letzten Mittwoch hat Jürgen Jürgens, ein Moderator des Berliner Stadtradios „88,8“ stellvertretend die Sendung „Deutsche Vita“ moderiert und auch einige Songs von P.R. Kantate aus dem aktuellen Albulm „Dick in Jeschäft“ gespielt. Danach verwies er auf seine eigene Sendung „Hey Music“ am Montag, 30. Juni, und sagte, dass dort mehr von P.R. Kantate zu hören wäre. Ob P.R. Kantate dann wohl auch selbst im Studio ist? Am Montag um 19.30 Uhr das Stadtradio einschalten und mehr erfahren …

Übrigens: das Berliner Stadtradio ist auch über das Internet zu hören. Man benötigt lediglich den Realplayer.

Ich mach‘ selten Werbung, aber …

Juli 1, 2007

Ich wollte hier ja eigentlich nie Werbung machen. Aber gerade bin ich auf Musik gestoßen – für die muss ich mich einfach ins Zeug legen! Der Berliner Sänger P.R. Kantate hat ein neues Album raus gebracht, es heißt: „Dick in Jeschäft“. Und das ist jut! Richtig juut!

Das „P. R.“ im Namen von Kantate steht für „Platten Reiter“, ist also eine Eindeutschung von „DJ“ bzw. „Disc Jockey“. Und das Eindeutschen von Englischem bzw. das Vermischen scheinbar unvereinbarer Stile ist Programm: P.R. Kantate singt zumeist auf Deutsch, aber die Lieder kommen stets als Reggae oder Ragga daher, oft gemischt mit Rap-Einlagen. Das Ganze würzt er noch mit einer großzügigen Prise Berliner Dialekt und nennt es dann „Berlingua“. Ich nenne es einfach großartig!

Aufmerksam geworden bin ich auf P.R. Kantate schon 2003, als er mit seinem Song „Görli, Görli“ wochenlang in den Berliner Radiosendern zu hören war. In dem Song wird auf eingängige Weise neben dem titelgebenden Görlitzer Park so ungefähr jeder wichtige und unwichtige Platz Berlins und so manche Straße besungen. Deshalb lässt dieses Lied auch heute noch mein echtberliner Herz immer wieder höher schlagen.

Nach 2003 wurde es um P.R. Kantate jedoch wieder still. Sehr still. Im Radio hörte ich nichts mehr von ihm, und nur in einem Online-Musikgeschäft gab es hin und wieder ein kleines Lebenszeichen in Form eines neuen Liedchens, das zum Runterladen angeboten wurde. Und weil es so still um Herrn Kantate war, habe ich auch sein erstes Album verpasst, mit dem er im letzten Jahr beim Publikum vorstellig wurde.

Doch nun gibt es seit dem 22. Juni  ja „Dick in Jeschäft“. Mit diesem Album sollte P.R. Kantate tatsächlich wieder aus der Stille heraustreten können und vielleicht auch wirklich dick ins Geschäft kommen.

Herr Kantate hat auf seinem Album nämlich gleich einen ganzen Stapel guter Lieder veröffentlicht, und was für welche! Es sind alles Cover von Songs aus den 80ern. Seine intelligenten Arrangements und sein Wortwitz machen jedoch fast jeden Track zu einer Neuschöpfung und echten Entdeckung. Und so gibt es nicht nur ein Wiederhören, sondern vor allem ein Neuhören von alten NDW-Hits wie den „Blauen Augen“, „Eisbär“ oder „Da, da, da“. Wir machen Bekanntschaft mit „Karl dem Kiffer“, der nicht gefragt wird, und der uns verdammt stark an das Schicksal eines gleichnamigen Käfers erinnert. Schließlich erfahren wir im „König von Kreuzberg“, dass ein Königreich nicht gleich deutschland-groß sein muss, um darin gute Taten zu vollbringen.

Aber das Album bietet  noch mehr. So hören wir in einer Neuauflage des Puhdys-Klassikers „Geh zu ihr“, dass es Vorteile haben kann, wenn niemand weiß, dass Mann „Hosenscheißer“ heißt. Und wir lernen, dass P.R. Kantate auch englischsprachige Schmachtfetzen in fetzige Reggae-Nummern umschreiben kann. Selbst vor zweifelhaften Ergüssen wie einem „You’re My Heart, You’re My Soul“ von Modern Talking macht seine Cover-Wut nicht halt. Bei ihm heißt es dann „U me Heart“ und ist ebenfalls richtig nett.

Mein Fazit: auch wenn mich jetzt niemand direkt danach gefragt hat, rate ich unbedingt zur  Anschaffung des neuesten Werkes von P.R. Kantate. Denn wie heißt es so schön? „Dieses Album sollte in keiner gut sortierten Plattensammlung fehlen!“

Oder wie Herr Kantate vielleicht sagen würde: „Jehste in Laden und koofst dit schnuckelige Ding, bin ick wieda dick in Jeschäft.“

Wirklich ein erster Sex-Traum?

März 4, 2007

Heute Morgen habe ich eine Sendung im Deutschlandradio Kultur gehört, in der Axel Hacke Studiogast war. Der Autor und Kolumnist Hacke hatte vor einiger Zeit ein Buch verfasst, in dem sich alles um das Daneben-Hören und Umdichten von Liedtexten durch Kinder dreht. So zum Beispiel beim Lied „Der Mond ist aufgegangen“. Da wurde schon mal aus der Textzeile: „Und aus den Wiesen steiget / der weiße Nebel wunderbar.“ der Verhörer: „Und aus den Wiesen steiget / der weiße Neger Wumbaba.“

Weil es ein so schöner Verhörer ist, trägt Hackes Buch ihn auch im Titel: „Der weiße Neger Wumbaba. Kleines Handbuch des Verhörens“. Demnächst erscheint ein zweiter Band zum Thema und so beschäftigte sich ein Großteil der Sendung im Deutschlandradio mit dem kindlichen Verhören.

Dieses Falsch-Hören passiert aber nicht nur Kindern. Als ich der Sendung lauschte, kam mir die Jahre zurückliegende Begegnung mit einem Taxifahrer in den Sinn:

Ich saß in einem Taxi und der Taxifahrer spielte eine Kassette mit Liedern von Bryan Adams. Plötzlich ertönte das Lied „Summer of 69“. Ich war und bin nicht sehr bewandert, was Liedtexte englischer Popmusik betrifft. Das wollte ich jedoch nicht zugeben. Deshalb habe ich stets intensiv die Texte nachgelesen, wenn ich sie auf dem Cover einer CD finden konnte, um dann später im Kreise von Freunden und Bekannten nicht aufzufallen. Und wie es der Zufall so wollte, hatte ich gerade den Text von „Summer of 69“ auswendig gelernt.

Als Bryan Adams nun seine erste Zeile gesungen hatte, sagte mein Taxifahrer sehr bewegt, dass er noch nie solch ein ehrliches Lied gehört habe. Ich fragte ihn wieso. Er antwortete, dass es in dem Lied ja um den ersten Sex-Traum eines Jungen gehe. So etwas würden die meisten Männer ja nie im Leben zugeben, Bryan Adams dagegen hätte da keine Scheu. Und dies würde er zutiefst bewundern.

Für einen Moment war ich verwirrt. Dann ahnte ich aber, dass der Taxifahrer offensichtlich ähnliche Schwierigkeiten mit dem Verstehen von englischsprachigen Songs hatte wie ich. Vermutlich hatte er die erste Zeile so gehört: „I got my first real sex-dream„. Richtig lautet sie aber: „I got my first real six-string„, ist also eine stolze Meldung über den Erstbesitz einer ernstzunehmenden E-Gitarre.

Nun ja, weil mir solche Fehler ja auch immer wieder unterliefen, hielt ich meinen Mund. Und ich war froh, mit meinen Verhörern nicht allein zu sein auf der Welt.

Von wegen Vereinsamung am PC

September 19, 2006

Am Samstag waren meine Freundin und ich mal wieder auf einer netten Party. Auf einer Party, die der „Ohrfunk“ veranstaltet hat. Nun ja, auf Parties sind wir schon öfters gewesen. Aber nicht oft auf einer, die durch und erst mit dem Internet möglich wurde. Es war nämliche eine virtuelle Party Wir unterhielten uns im „Irrenhaus“, einem der wenigen nicht kommerziellen Anbieter von Telefon-Chat-Konferenzen, mit anderen Partygängern über das laufende Musik-Programm des Internet-Radiosenders „Ohrfunk.de“, über unsere Ergänzungswünsche und das Leben ganz allgemein. Der Rechner ist doch schon ein gutes Stück Dreh- und Angelpunkt unserer Kommunikation geworden!

Heute denke ich zurück an die Zeit vor nunmehr 20 Jahren, als ich meine ersten Gehversuche (als Rollstuhlfahrer!) in Sachen Computer unternommen hatte. Damals sah die Sache ganz anders aus: Das Internet war noch nicht erfunden. Die Einrichtung von Internet-Radiostationen wie dem „Ohrfunk.de“ hätte ich mir wahrscheinlich gar nicht vorstellen können, ebenso wenig Telefonkonferenzen wie die im „Irrenhaus“. Und das Heimcomputern war eine einsame Angelegenheit!

Mein erster Computer war ein „ZX Spektrum“, und um diese neue Wunderkiste zu verstehen, saß ich stundenlang davor – allein. Meine Mutter fürchtete gar, dass mich eines Tages das gleiche Schicksal ereilen würde, das die aufgeklärte Allgemeinheit Mitte der 80er Jahre für sämtliche Heimcomputer-Nutzer vorhersagte: dass sie nämlich über kurz oder lang vereinsamen würden vor ihren Rechnern. Dass Computer eines Tages auch helfen würden, Kontakte aufrecht zu erhalten oder neu zu knüpfen – daran war zu dieser Zeit gar nicht zu denken.

Nun, es ist bekanntermaßen anders gekommen als gedacht! Und wie wir Berliner sagen würden: „Das ist auch gut so!“ Es muss ja nicht gleich eine virtuelle Party sein – die meisten von uns kommunizieren heute auch im ganz gewöhnlichen Alltag bereits ein gutes Stück weit über den Computer. Vor allem, wenn wir Emails schreiben, aber auch, wenn wir z.B. online bestellen. Und der Rechner als Kommunikationszentrum wird in den nächsten Jahren noch zunehmen, so die landläufige Meinung. Also von wegen: Vereinsamung am PC.

Ein langes Wochenende geht zu Ende

April 17, 2006

Der Ostermontag neigt sich konsequent seinem Ende zu. Ein langes Wochenende mit meinem Lieblings-Internetradio geht zu Ende. Ohrfunk hatte einige ganz dicke Eier versteckt über das Wochenende: Eine Folkrocksendung mit Bianca Hess, die neueste Ausgabe einer schon seit Jahren auf Radio Unerhört aus Marburg etablierten Sendung mit Jens Bertrams namens "Candlelight", die lange Nacht des Claus, um nur drei dieser erstklassigen Ostereier zu nennen.

Höhepunkt war aber sicherlich die interaktive Radioparty am Samstag mit zwei Quizzteams. Die Quizzteams waren zusammengestellt aus Hörern, die über Telefon vernetzt im Irrenhaus, einem Hamburger Chatsysystem, und über Internetradio gegen einander spielten.

Gerade laufen die amerikanischen Top 100 vom 16. April 1966, sorgfältig zusammengesucht und moderiert von Jürgen Beer. Und diese beschließen das ereignisreiche Wochenden auf Ohrfunk.

Die Top 100 vom wievielten April welchen Jahres? Na, das dachte ich auch. Aber selbst ich, der vor 40 Jahren noch ganz locker überhaupt nicht auf dieser Welt war, profitiere hin und wieder von einem Wiedererkennungseffekt. Gerade laufen z.B. die Mamas & Papas mit "California Dreaming".

Auf die Wiederkehr eines solch bunten Feuerwerks an originellen Sendeideen müssen wir sicherlich eine Weile warten. Aber in der Zwischenzeit wird Ohrfunk ganz bestimmt nicht langweilig. Dafür gibt es einfach zu viele engagierte Radiomacher/-innen auf diesem Sender.

Neugierig? Dann klickt doch einfach mal rein: www.ohrfunk.de. Von Montag bis Freitag gibt es moderiertes Programm von 19.00 bis 23.00 Uhr. Und am Wochenende geht es samstags schon um 13.00 Uhr, sonntags bereits um 11.00 Uhr los. Die interaktive Radioparty, genannt "Ballroom" gibt es übrigens jeden samstag Abend ab 20.00 Uhr

Aus dem Netz auf die Ohren!

April 11, 2006

Beim Stöbern durch die Kobinet-Nachrichten stieß ich im Oktober 2005 auf einen Artikel, in dem über ein Interview von Jens Bertrams auf Milina-Radio, einem Internetradio von Menschen mit Behinderungen, berichtet wurde. Zu meiner Freude kannte meine von Apple kreierte eierlegende Wollmilchsau in Sachen Musikabspielen, also das iTunes-Programm, die Wiedergabe von Internetradios bereits. Und so wurde der Artikel der Kobinet-Nachrichten zum Startschuss für meine Reise in die Welt der Internetradios.

Nachdem ich enthusiastisch verschiedene Adressen ausprobiert hatte, stellte ich bald ernüchtert fest, dass es nur wenige Sender im Internet gibt, die neben einem nicht enden wollenden Strom von Musik redaktionelle Beiträge bringen. Und nur sehr wenige, die auch Fragen zu körperlichen oder Sinnes-Behinderungen thematisieren.

In dieser Hinsicht war Milina-Radio einzigartig. Die Zukunft von Milina-Radio ist ungewiss, zurzeit wird nicht gesendet.

Dafür gibt es seit Januar einen neuen deutschsprachigen Sender, der auf geniale Weise allgemeine aktuelle Themen und politische Beiträge rund um das gesellschaftliche Phänomen "Behinderung" mit gut gemachten Musikbeiträgen und spezialisierte Musiksendungen kombiniert. Es ist dies der Ohrfunk.

Ja, Ohrfunk könnte zu einem neuen aufgeklärten Lifestyle werden. Und ich gestehe: Ich bin Ohrfunk und seinem ModeratorInnen-Team bereits verfallen!